Beiträge zum Thema „Frankreich“
Hier finden Sie alle Beiträge, die ich zum Thema „Frankreich“ geschrieben habe. Anmerkungen zu den Beiträgen gerne in die entsprechenden Kommentare.
Hier finden Sie alle Beiträge, die ich zum Thema „Frankreich“ geschrieben habe. Anmerkungen zu den Beiträgen gerne in die entsprechenden Kommentare.

Blick auf das Croix-Rousse
Beim Beitrag über die Vogue la Galère ist es schon einmal aufgetaucht: jenes ominöse Schlagwort “Croix-Rousse”. Und so fragte mich nur kurze Zeit später ein Freund ganz unverständig: “Was ist denn eigentlich das Russenkreuz, von dem du da schreibst???”
Anfang Januar 2008, mein erstes französisches Semester neigt sich dem Ende zu. Deshalb möchte ich in loser Folge darüber berichten, was man meiner Erfahrung nach alles beachten sollte, wenn man es mir gleichtun möchte und sich ernsthaft bei den Franzosen (besonders jenen in Lyon) einquartieren möchte. Den ganzen Beitrag lesen »
Das Ergebnis war abzusehen: 85,9 % der Studis sind gegen die Blockade und wollen, dass die Kurse wieder anfangen. Abgestimmt haben knapp über 4000, also etwa 15 %. Ganz ordentlich für eine Uni-Abstimmung.
Nun sind also wieder Kurse. Sagt der Präsi. Nun waren da aber ein paar Streik-Studis anderer Meinung und haben einfach weiter blockiert. Stimmt, haben ja auch nicht abgestimmt. Nun meinte aber der gute Präsi schon gestern: “La direction de l’Université ne tolèrera ni blocage ni troubles.” Soll heißen: “Die Leitung der Universität toleriert weder Blockade noch Schwierigkeiten.” Und so rückte also heute morgen die Polizei an der Uni an und hat sich mit den Streikhähnen (kein Tippfehler!) angelegt. Ab 10 war dann der Zugang zur Uni frei. Und ich war leider nicht dabei. Schade, die ganze Action verpasst.
Das war schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Immerhin durfte ich vor der Tür meines Seminarraums stehen und miterleben, wie mein Lehrer nicht kommt. Hervorragend…
Ach ja: am Wochenende findet in Lyon das sagenumwobene Fête des Lumières statt. Ein riesiges Lichtspektakel, von dem ich hier berichten werde. Am Samstag fahren sogar die ganze Nacht die Metros durch. Ach nein, doch nicht. Streik in der Metro für das Fête des Lumières. Soll aber nichts Besonderes sein: Findet wohl jedes Jahr statt, besagter Streik.
Ihr kennt doch bestimmt das Duracell-Häschen, das mit besagten Batterien gefüttert wird und läuft und läuft und läuft… Hier in Frankreich ist es ganz ähnlich, nur dass eben nichts läuft und nichts läuft und nichts läuft… Den ganzen Beitrag lesen »
…. und die Streikwirren gehen weiter. Auch in der dritten Woche habe ich noch keine Uni. Mittlerweile habe ich aber herausgefunden, warum eigentlich gestreikt wird. Und zwar geht es gegen das “Loi Pécresse”, benannt nach der aktuellen Bildungsministerin, das die Unis weitgehend privatisiert und den Präsidenten als eine Art Manager einsetzt. Dadurch erhofft sich die Regierung Geld aus der Wirtschaft für die Uni. Die Befürchtungen der Studis und der Lehrer ist nun aber (nicht ganz unberechtigt sicherlich), dass sich der Staat damit aus der Finanzierung der Unis raushält – garantiert zum Leidwesen aller Fächer, die nicht unmittelbar von wirtschaftlichem Interesse sind. Außerdem erhielte der Präsident umfangreiche Befugnisse, eben wie ein Manager: weitgehend unkontrolliert von Gremien kann er sogar recht problemlos aufmüpfige Dozenten entlassen. Nicht zuletzt beschneidet das Gesetz die Mitbestimmung der Studis, deren Vertreter von 14 auf drei bis vier gekürzt werden.
Also wird erst einmal weitergestreikt bis nächsten Montag. Das heißt: keine Kurse, und in die Uni darf man nur mit einer guten Begründung (gestern hat “ich bin Ausländer” ganz gut funktioniert); aber immerhin: die Bibliothek ist geöffnet. Oder besser: war geöffnet.
Denn der Wahnsinn geht weiter: gestern Abend haben ein paar Streik-Studis in einem Supermarkt Alkohol gestohlen und sich damit in die Uni verflüchtigt. Mit dem Ergebnis, dass die Polizei angerückt ist und sie verhaftet hat. Und mit dem weiteren Ergebnis, dass der Präsident zum zweiten Mal in drei Wochen die Sicherheit gefährdet sieht und zum zweiten Mal in drei Wochen die Uni komplett geschlossen hat – erst einmal bis Montag. Lernen in der Bibliothek? Essen in der Mensa? Ist nicht mehr. Fasziniert: alle wollen angeblich das Beste für die Uni und legen sich gegenseitig lahm.
… von wegen. Also, nicht nur. Momentan ist Frankreich vor allem das Land des Streiks: Letzten Montag stand ich vor verschlossenen Unitüren (Streik der Studis), also hatte ich erst einmal keine Uni. Außer am Mittwoch, weil da hatte ich einen Kurs, der an einem nicht-bestreikten Campus war. Also, was heißt “nicht bestreikt”… noch nicht bestreikt, mittlerweile schon. Einen spontanen Ausflug kann man deswegen aber trotzdem nicht machen… weil, die Bahn streikt nämlich auch. Zwischendrin haben dann noch Elektrizität und Gas gestreikt, und morgen streiken die öffentlichen Dienste. Oh, du schönes Streikland…
Medienwissenschaftler, Blogger, Journalist, Musikfan, Fotograf, Webworker. In ständig wechselnder Reihenfolge. Lebt in Digitalien.