Lesestoff:
Journalismus und Radio im Netz

Datum: 01. November 2012 |  Meinungen: Kommentare deaktiviert für Journalismus und Radio im Netz
Thema: Lesestoff, Medien, Trier & LuxemburgSchlagwörter: , , ,

Nachdem ich gestern eher Lesestoff für Webentwickler hatte, geht es heute um die inhaltlichen Aspekte des Webs. Schwerpunkt: Online-Journalismus. Über die Wahrheit, neue Erzählformen und Klischees mit Worten. Außerdem: Was hat App.Net mit Klassenzugehörigkeit zu tun?

  • Der Journalisten-Mythos: Nichts als die Wahrheit: Oh, wie er mir aus der Seele schreibt: Hans Hoff über den alten Mythos, Journalisten würden die Wahrheit sagen. Statt dieser alten Idee nachzuhängen, schlägt Hoff den Begriff der „Wahrhaftigkeit“ vor – was einen entscheidenden Unterschied macht und viele der Missverständnisse ausräumen würde, die die Branche im Zusammentreffen mit ihren Lesern überschatten, gerade online.
  • Teaching New Forms of Storytelling, from Database Narratives to Quantum Journalism: Interessante Fallstudie aus der Journalismus-Lehre: Wie bringt man Studierenden neue Formen journalistischen Storytellings bei? Wie weckt man in ihnen die Freude am Experimentieren?
  • VOCER — Warum Worte Werte prägen: Sanja Stankovic und Carolin Neumann über ein Phänomen, das jedem Kultur- oder Sprachwissenschaftler geläufig sein sollte: Sprache beschreibt nicht nur die Welt, sondern erschafft sie, wenigstens in Stück weit. Worte stigmatisieren, lenken die Wahrnehmung der Leser in eine Richtung, auch wenn der beschriebene Sachverhalt gar nicht so eindeutig ist. Dieser Beitrag liefert zahlreiche Beispiele aus der Praxis, was Journalisten so über das Internet schreiben: die Netzgemeinde, die Internet-Kriminalität, die Datenkrake…
  • Race, Class, App.net: The Beginning of ‘White Flight’ from Facebook & Twitter?: Sehr schöne Streitschrift zu App.Net, dem (vielleicht) neuen Stern am Social-Media-Himmel. Noch dazu zu einem selten behandelten Thema: das Verhältnis von Social Media und Hautfarbe. Ist App.Net vielleicht wirklich eine Art von weißen, männlichen Mittelschichtlern geschaffenes Konstrukt, um unter ihresgleichen sein zu können, weil Twitter zu sehr in den Gesellschaftsschichten angekommen ist, mit denen man wenig zu tun haben möchte? Eine sehr interessante Frage…
  • Eine neue Wissenschaft entsteht: Die Suche nach Rezepten für nutzergenerierte Inhalte: UGC – user generated content, Inhalte aus der Hand der Nutzer: Jeder will sie, aber wie man sie bekommt, das ist oft gar nicht so einfach. Jan Rothenberger sammelt einige der wenigen Erkenntnisse, die wir darüber haben, warum einige Communities funktionieren und andere nicht. Viel ist es nicht, und gesichert ist wenig davon – das wäre eine echte Aufgabe für die Nutzungsforschung. Da schlägt das kleine Forscherherz in mir natürlich höher.
  • Online ist kein Zustand – Online ist immer: Marcus Engert hat spannende Ideen zur Zukunft des Radios zu Bits und Bytes gebracht – ein Mediium, das mangels Vielfalt und Flexibilität bei mir in den letzten Jahren kaum noch stattgefunden hat. Schade eigentlich, denn auditive Medien halte ich nach wie vor für überaus interessant. Interessierte Medienwissenschaftler sollten jedenfalls unbedingt diesen Beitrag lesen – fundierte Denkanstöße sind garantiert.
  • Trier – deine Künstler: Daniel Schieben: Einmal mehr zeigt 16vor, dass sie lokale Themen jenseits der Oberflächlichkeit im Blick haben, und spricht mit regionalen Künstlern über ihre Arbeit. Schade dabei: Beim Lesen des Interviews kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es per E-Mail geführt wurde – ein etwas hölzerner Eindruck ohne Eingehen auf die Antworten ist die Frage. So bleibt es an vielen Stellen bei dem Wunsch, doch ein wenig nachzuhaken.

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