Media-Day 2012:
Apps, Responsive Webdesign und mobile Kommunikation

Datum: 17. Mai 2012 |  Meinungen: 1 Kommentar »
Thema: Design & Webdesign, Entwicklung, Medien, Trier & LuxemburgSchlagwörter: , , , , , , , ,

Tablet-PC und zwei Mikrofone liegen auf einem Tisch
Utensilien für einen Tag unter Medienschaffenden

Vergangene Woche trafen sich Kreative und Medienmenschen aus der Region auf Schloss Niederweis zum zweiten Media-Day – auch ich war mit einem Vortrag über Apps dabei. Nun wird es Zeit, die Veranstaltung Revue passieren zu lassen und euch an den vielfältigen Vorträgen teilhaben zu lassen. Freut euch auf Apps für den Tourismus, Responsive Webdesign und die Auswirkungen mobiler Kommunikation.

Um den Rahmen nicht vollends zu sprengen, werde ich zwei Teile aus meinem Text machen. Heute geht es um den medienpraktischen Teil der Veranstaltung. In naher Zukunft erscheint dann der eher politische Teil, der sich auf den Ausbau der Breitbandversorgung bezieht.

Markus Ludwig: eine App für den Tourismus

http://slideshare.net/MarkusLudwig/smartguide-das-smartphone-als-gstefhrer-12893986

Markus Ludwig von audiobits mit einem Mikrofon
Markus Ludwig hatte eine App für den Tourismusbereich im Gepäck

Markus Ludwig von Audiobits stellte die iOS-App Smart Guide vor. Damit können Touristen einen audiovisuellen Stadtrundgang unternehmen. Dabei wurden zwei Touren angespielt. Besonders interessant: „Auf heißer Spur“, ein Medienprojekt mit einer Trierer Grundschule, bei der die beteiligten Kinder selbst gesprochen haben. Das wirkte sehr sympathisch, insbesondere die einfach gehaltenen Zeichnungen hatten echten Stil. Ein wenig störte mich die Tatsache, dass die Einführungen nicht animiert sind, sondern als gesprochener Text über statischen Bildern vorliegen – wobei der visuelle Reiz hier vielleicht bewusst herausgenommen ist, damit man die Texte beim Wandern hören kann.

Thomas Vatheuer: Buzzword-Bingo und Denkanstöße

Diplom-Journalist und Radiomann Thomas Vatheuer referierte über die Frage, wie die mobile Kommunikation das Denken und Handeln der Menschen verändert. Ein augenzwinkerndes Statement stand am Anfang: „Wenn aus der Cloud ein Shitstorm wird, kann nur die App den FlashMob zur Hilfe holen“. Das macht natürlich überhaupt keinen Sinn, verdeutlicht aber ganz gut, welche Rolle Buzzwords in unseren Diskursen über Medien spielen.

Radiomoderator Thomas Vatheuer mit Mikrofon vor einer Leinwand
„Wenn aus der Cloud ein Shitstorm wird, kann nur die App den FlashMob zur Hilfe rufen“: Radio-Moderator Thomas Vatheuer

Vatheuers Vortrag war eine kurzweilige Auseinandersetzung mit Vor- und Nachteilen des Social Web. Auf der positiven Seite hob er den Aspekt vor, dass wir im Netz voneinander lernen und miteinander arbeiten – „Du bist, was du teilst“. In der öffentlichen Kontrolle durch die Community sah er eine Rückkehr der Disziplin. Garniert wurde das Ganze mit einer Reihe größtenteils bekannter Beispiele – Instagram als Fotosharing-Dienst, Runtastic als soziale Lauf-Plattform – mitsamt Motivationsschub durch Wettläufe gegen Freunde.

Als Minus-Aspekte sprach der Moderator davon, der öffentliche Pranger sei wieder da. Außerdem würde das Netz uns vergesslich machen und dazu führen, uns bei der Lösungssuche im Netz zu verlieren. Hierbei bezog sich Vatheuer auf potenziell spannende Forschungen, die er jedoch während seines Vortrags leider nicht nannte. Spannend war auch seine Feststellung, dass Depressionen zunähmen, und dass dies vielleicht mit dem Netz zusammenhängen könne. Kleiner Tipp in dieser Richtung: Lars Weiler stellt vor ein paar Tagen die Frage, inwiefern Depressionen mit der Hackerethik zusammenhängen könnten. Da ich zwischen Hackerethik und Netzreputation gewisse Parallelen sehe, wäre das ein spannender Anknüpfungspunkt.

Kay Spiegel: Responsive Webdesign, die große Unbekannte

Kay Spiegel erläutert mit ausschweifenden Gesten
Kay Spiegel brachte die hohe Kunst des Webdesigns in das barocke Schloss Niederweis.

Kay Spiegel, der seinen Vortrag als PDF bereitgestellt hat, referierte über technische Grundlagen mobiler Webgestaltung. Dass dabei durchaus noch Nachholbedarf ist, zeigt sich direkt am Anfang: Kaum jemand wusste mit den Begriffen „Responsive Webdesign“ und „Mobile First“ etwas anzufangen. Beiden gemein ist die Idee, dass es im Webdesign keine Rahmen mehr gibt. Vielmehr passen sich Webseiten dynamisch an den verfügbaren Platz an („Responsive Webdesign“). Weitere Optimierung kann man erreichen, indem man bei der Konzeption mit den kleinen Geräten anfängt („Mobile First“), um die Datenmenge minimal zu halten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Anders als in früheren Zeiten, als über Filter spezielle Mobilversionen angesteuert wurden, basiert responsives Webdesign auf identischer Datenbasis. Spannende Beispiele gibt es auf mediaqueri.es – so heißt auch die CSS-Technik, die zur Realisierung responsiver Designs eingesetzt werden kann.

Lizenzhinweis: Die Präsentation von Markus Ludwig ist von der CC-Lizenz des Beitrags und der Bilder ausgenommen.

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