Konzerttipps für Trier und Luxemburg:
Garagen-Soul und mehr

Datum: 16. September 2013 |  Meinungen: 1 Kommentar »
Thema: Musik, Trier & LuxemburgSchlagwörter: , , , , , , , , , , ,

Der September verspricht süßen Zucker für die Ohren, besonders in der Rockhal. Der Tipp des Monats kommt jedoch aus Kanada und spielt in der schönsten Garage der Stadt Trier.

Rockhal, Rockhal, Rockhal: Konzerte ohne Ende in Esch-sur-Alzette

Gewohnt volles Programm gibt es im September in der Luxemburger Rockhal. Der französische Musiker Cascadeur (19. September) spielt Musik, die irgendwie anders ist. „Meaning“ stammt noch von seinem 2011er Album „The Human Octopus“ – gefühlvoller, wunderbar unperfekter Gesang, umspielt von sanftem Piano. Cascadeurs Stimme bricht genau im richtigen Moment, ein wenig denkt man an Antony Hegartys markante Stimme. Der neue Song „Ghost Surfer“ ist anders, zugänglicher Pop, sogar ein Chor kommt vor. Ich bin gespannt, wo das hingeht.

Ebenfalls Rockhal (21. September): Frank Turner, bis 2005 Sänger der Post-Hardcore-Band Million Dead. Als Solo-Künstler spielt er Folk Punk – das aktuelle Album „Tape Deck Heart“ enthält sanfte, auf der Akustikgitarre gespielte Trennungssongs, von denen ich euch zwei in die Playlist gepackt habe. „Macgyver“ von Million Dead gibt es als Zugabe – es kann nie schaden, sich ein wenig mit dem Hintergrund eines Musikers zu beschäftigen.

Krautrock ist ja eigentlich eine traditionell deutsche Angelegenheit – God Is An Astronaut (23. September) hingegen kommen aus Irland und übersetzen das 70er-Jahre-Genre in die moderne Zeit. Man hört Einflüsse von Shoegaze, Post-Rock und Elektronik. „Signal Rays“ kommt vom brandneuen Album „Origins“ und wartet sogar mit verfremdeten Vocoder-Stimmen auf, nur um immer wieder in rockige Improvisationen auszubrechen – das dürfte live ordentlich abgehen.

Bonobo auf einem Feld
Auf dem Weg in die Rockhal: Bonobo (Bild von Bonobo unter CC BY SA)

Wenige Worte möchte ich schließlich zum britischen TripHop-Produzenten Bonobo (25. September) verlieren – spätestens seit seinem 2010er „Black Sands“ genießt er einen verdient guten Ruf. Sein neues Werk hört auf den Namen „The North Borders“ und enthält fein groovende Stücke wie „Don’t Wait“. Der Aufbau ist typisch für Bonobo – linear entwickelt sich das Stück, setzt peu à peu neue musikalische Elemente hinzu und endet in einem unverschämt raffinierten Groove.

Soul in der schönsten Garage Triers

Wenden wir uns heimischen Musikern zu: Patrick Richardt (22. September, Exhaus), hörbar aus dem Hamburger Grand-Hotel-van-Cleef-Stall. „Adé, Adé“ ist die erste Single aus dem Debüt-Album des Krefelder Singer-Songwriters.

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem: Ihr kennt sicher das gemütliche Piranha in Trier? Hin und wieder gibt es dort Konzerte – so etwa am 30. September mit dem Gastspiel der kanadischen Soul-Sängerin Ann Vriend. Ein echter Tipp, für nicht einmal zehn Euro, noch dazu in kuscheliger Umgebung.

Was gibt es sonst noch so?

Eine kleine Auswahl weiterer Konzerte, die mir nicht so sehr im Ohr hängen geblieben sind – das kann bei euch jedoch anders sein, hört also einfach in die Playlist rein:

  • italienischer Folk mit Angelo Branduardi (19. September, Philharmonie Luxemburg)
  • französischer Oi!-Punk von Charge 69 (20. September, Exhaus Trier)
  • Stu Larsen & Natsuki Kurai (22. September, Rockhal) – hier mit dem amüsanten, wenn auch etwas älteren „I Am for Real“ vertreten
  • Kommando Sonne-nmilch (27. September, Exhaus), seit 1998 mit ihren Punksongs in der Republik unterwegs

Und nächsten Monat so?

Im Oktober sind wir endgültig im Herbst angekommen – es ruft frischer Federweißer mit den letzten warmen Sonnenstunden des Jahres. Und/oder ihr schaut euch das eine oder andere Konzert an. Wie immer ein paar Tipps im Vorfeld.

Unbedingt im Hinterkopf solltet ihr No Ceremony/// (3. Oktober, Rockhal) behalten, nur echt mit den drei Strichen im Namen. Im UK verkaufen die drei Musiker bereits ihre Touren aus, und nun wollen sie auch auf dem europäischen Festland nach und nach Fuß fassen. Erinnert mich recht stark an The xx, aber eine Spur mehr in der Club-Musik verhaftet.

Eine Alternative am gleichen Tag (3. Oktober) bietet das Exhaus: Abby aus Berlin. Irgendwie Indie, irgendwie mit Elektronik-Einflüssen – achtet bei „Like Kings“ einmal auf die diversen Klänge jenseits von Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Da wird ordentlich gefiept, der Synthie mäandert, ein bisschen Rauschen ist auch dabei.

Am 5. Oktober gäbe es dann noch den belgischen Musiker Ozark Henry (Rockhal) oder den Niederländer Herman van Veen (St. Maximin) zu erleben. Letzterer ist ein echter Tausendsassa: Kennt ihr noch jenen „Alfred J. Kwak“, der stets so ausgesprochen fröhlich ist? Diese Ente verdankt ihr Leben dem Autoren van Veen – der Musiker van Veen ist mit „Später, wenn ich klein bin“ in der Playlist vertreten.

Das soll es für den aktuellen Monat gewesen sein – neue Tipps folgen Anfang Oktober. Etwas vergessen? Wo geht ihr hin?

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