Lesestoff:
Finanzierung und Konzepte für den digitalen Journalismus

Datum: 07. Januar 2013 |  Meinungen: Kommentare deaktiviert für Finanzierung und Konzepte für den digitalen Journalismus
Thema: Design & Webdesign, Fotografie & Film, Lesestoff, MedienSchlagwörter: , , , , , ,

In den ersten Lesetipps für 2013 geht es um Veränderungen in der Medienwelt (Rundfunkgebühr) und solche, die vielleicht noch kommen werden (Leistungsschutzrecht). Außerdem: Gedanken zur digitalen Zeitung.

Mann betrachtet jorni.de auf einem iPad
Eine Website schnell mal in ein iPad hineinsetzen – kein Problem dank PlaceIt (Bild von PlaceIt, CC BY)

Finanzierung von Medien

  • Rundfunkbeitrag vs. Rundfunkgebühr: Was ändert sich für Selbständige und Freiberufler?: Aus der Rundfunkgebühr ist zum 1. Januar 2013 ein Rundfunkbeitrag geworden, der verpflichtend von allen Haushalten zu zahlen ist – egal, ob sie nun Rundfunkgeräte besitzen oder nicht. Auch für Unternehmen und Freiberufler ändert sich einiges – was, lest ihr hier im Social Media Recht Blog.
  • LSR-Nacht im Bundestag: Google, Springer und der digitale Wandel: Wer die erste Debatte zum Leistungsschutzrecht im Bundestag zu nächtlicher Stunde verschlafen hat, findet hier eine schöne Zusammenfassung von Alexander Wragge. Schön vor allen Dingen deshalb, weil neutral berichtet wird und viele Zitate eingebaut werden – so könnt ihr euch ein eigenes Bild der Argumente und Denkweisen der verschiedenen Akteure machen.
  • LSR-Showdown zwischen Christoph Keese und Kay Oberbeck: Tobias Schwarz war für die Netzpiloten beim Streitgespräch zwischen Chrisoph Keese (Springer) und Kay Oberbeck (Google) zum hier oft kritisierten Leistungsschutzrecht. Inhaltlich kam darin anscheinend wenig Neues, und eine wirkliche Diskussion entstand auch nicht. Obwohl die Presse tagtäglich von Google-Suchen profitiert, fordert Keese: „Aggregation ist gut, ist wichtig im Netz, muss aber bezahlt werden.“ Interessant finde ich Keeses Ankündigung innovativer Geschäftsmodelle seines Arbeitgebers und seine Ablehnung der als robots.txt, die technisch zu undifferenziert sein. Ich bin gespannt, was da an Vorschlägen oder Geschäftsmodellen von Springer kommt.
  • Wen und was betrifft das Leistungschutzrecht? Nichts genaues weiß man nicht: Die Linksfraktion hat eine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, wer denn nun alles vom geplanten Leistungsschutzrecht betroffen sei. Die Antwort fällt so schwammig an, dass man das Verteilen von Links auf Verlagsangebote besser erst einmal ganz sein lässt, wenn das LSR kommen sollte – zumindest, bis richtungsweisende Fälle bei den Gerichten dieses Landes entschieden worden sind.

Digitale Zeitungen

  • Erst wenn die letzte Zeitung gestorben ist, werdet ihr merken, dass man Überheblichkeit nicht essen kann | Cluetrain PR: Thilo Specht hat eine interessante Perspektive auf den digitalen Journalismus verfasst, die ihr unbedingt lesen solltet. Dabei vertritt er die Ansicht, digitale Zeitungen seien nur noch Inhalte, keine Medien mehr. Als „Medien“ betrachtet er die Tablets, Rechner und Smartphones. Ich bin mir da nicht sicher: Gehen hier nicht die Begriffe „Medium“ und „Zugangsmittel“ durcheinander?
    Sehr interessant finde ich seine These, digitale Zeitungen seien keine Marken, sondern Dienstleistungen. Zwei Fragen stellen sich mir dadurch:
    1. Sind gedruckte Zeitungen nicht ebenso Dienstleistungen wie digitale? Der Service bei beiden ist eine Filterung und Einordnung von Inhalten.
    2. Wird die Rolle der Zeitung als Marke dadurch geschwächt? Immerhin stellt sich stets die Frage, ob ich die Dienstleistung der Einordnung des Tagesgeschehens annehme – und dabei spielt Vertrauen eine große Rolle. Vertrauen wird durch die Marke geschaffen oder aber durch die immer größer werdende Marke „Autor“. Vgl. dazu in den Kommentaren Frank Krings.
  • Can Local Newspapers Collaborate with Blogs?: Während man sich in Deutschland lieber streitet, hat Amanda Hirsch für MediaShift einige interessante Kollaborationen von lokalen Zeitungen in den USA und hyperlokalen Blogs evaluiert. Die Studie des J-Lab dürfte sich zwar kaum 1:1 auf den deutschen Markt übertragen lassen – dafür sind der Zeitungsmarkt und die Blog-Landschaft einfach zu unterschiedlich strukturiert. Einige Grundlagen für eine gelungene Zusammenarbeit dürften aber auch hierzulande gültig sein, etwa ein grundlegender Respekt für die Arbeit der jeweils anderen Seite und die Bereitschaft, den Partner mit Sichtbarkeit und Links zu versorgen.

Was mir sonst noch so aufgefallen ist

  • PlaceIt by Breezi: Äußerst praktisch für alle, die hin und wieder Screenshots präsentieren möchten – „PlaceIt“ erlaubt es, einen Screenshot vollautomatisch in verschiedene schicke Fotos von Apple-Geräten zu integrieren. Die Bilder selbst stehen unter CC BY und dürfen demnach verwendet werden. Auf geht’s!
  • debut album | vandermeer: Die Trierer Band vandermeer möchte ihr Debüt-Album per startnext crowdfunden lassen. 3500€ sollen zusammen kommen, das Projekt läuft noch rund einen Monat.

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