. .

Digitale Gedanken

Rezension: Audials One – von 4 auf 8

Datum: 25. November 2010 |  Meinungen: 1 Kommentar »
Thema: MusikSchlagwörter: , , , ,

Vor etwa einem Jahr rezensierte ich Audials One 4 von Rapid Solution – nun ist der Nachfolger Audials One 8 erschienen. Grund genug für einen Blick auf die Neuerungen.

In schlichtem Schwarz gehalten und wesentlich übersichtlicher als zuvor: Audials One in Version 8

Von 4 auf 8, das klingt entweder nach schwerwiegender Zählschwäche oder „Wir haben die Features verdoppelt also muss auch die Versionsnummer verdoppelt werden“-Marketingsprech. Tatsächlich liegt die Antwort jedoch an anderer Stelle. Es wurden einfach die Versionsnummern der Produktlinie vereinheitlicht – und da die Tunebite-Software aus gleichem Hause schon bei 7 angelangt war, machten die anderen Produkte von Rapid Solution eben einen entsprechend größeren Satz.

Wie der Vorgänger erhebt Audials One auch in seiner fünften, äh achten Inkarnation den Anspruch, sämtliche Funktionen abzudecken, die man sich bei Musik- und Videoaufnahme aus dem Netz wünschen kann. In den letzten zwei Wochen habe ich die Software ausgiebig testen können – Grund für eine neue Rezension bietet sie genug. Wie immer gibt es die Software nicht in Mac- oder Linux-Versionen.

Installation: Reibungslos mit Ungereimtheiten

Die Installation der Software verlief erwartungsgemäß reibungslos – sehr schönes Details dabei: auf Wunsch sucht und installiert Audials One gleich den passenden Mp3-Codec. Neu hinzugekommen in Version 8 ist die Möglichkeit, Audials One auf einem USB-Stick für unterwegs zu installieren. Das funktioniert problemlos und macht Audials One zum portablen Aufnahmeprogramm – freilich mit einer Ungereimtheit. Startet man nämlich Audials One von einem USB-Stick auf einem frischen Rechner und entfernt den Stick nach seiner Session wieder, bleibt ein wenige MB großer Teil unter dem Namen „Audials USB“ auf dem Hostrechner zurück. Für viele Anwendungsfälle mag das nicht ins Gewicht fallen – dennoch gilt: Das ist nicht zu vergleichen mit portablen Versionen etwa von Firefox oder Thunderbird, die man auf seinem USB-Stick mitnehmen und an fremden Windows-Rechnern verwenden kann, ohne Spuren zu hinterlassen.

Nicht so spurlos wie erwartet: Audials USB bleibt auf dem Rechner

Optik und Bedienung: Vieles richtig, einiges ausbaufähig

Schick wie gestrichenes Metall: Startbildschirm von Audials One 8

Eine weitere Änderung macht sich beim Start der Software bemerkbar. Der in schlichtem Schwarz gehaltene Startbildschirm in schicker Optik (wie gestrichenes Metall) überzeugt vollends, doch auch die Bedienoberfläche wurde gehörig überarbeitet. Rapid Solution hat sich vom Gold-Look des Vorgängers verabschiedet und setzt auf hübsches Schwarz (auf Wunsch auf Weiß umstellbar). Zusätzlich wurde an einigen Stellen dafür gesorgt, dass die Software aufgeräumter und übersichtlicher wirkt – insbesondere die gelungenen Auswahlmenüs von Musik, in der die Alben der Künstler übersichtlich dargestellt werden, sind hier zu nennen. Dennoch bleibt die Bedienung der Software recht komplex – überall sind Optionen hinter Ausklappmenüs versteckt. In punkto grafischer Gestaltung und Usability ist Rapid Solution dennoch ein großer Sprung nach vorne gelungen – die Software wirkt wertiger, wenngleich die übergroßen Reiter oben meinem Auge einfach nicht gefallen wollen.

Die prinzipielle Aufteilung ist gleich geblieben: rechts gibt es einen Bereich mit den eigenen Songs, der Abschnitt links dient der Suche nach neuen Stücken. Dazu bietet Audials One eine Reihe von Optionen an, die über Reiter im oberen Bereich erreichbar sind. Mittels „Radio“ und „Suche“ kann Audials One Radiostationen beim Abspielen mitschneiden (auch mehrere gleichzeitig) oder Social Radios und Webseiten nach Stücken durchkämmen – vollautomatisch mit id3-Tags versehen und ins gewünschte Format umgewandelt. Die Liste an Radiosendern ist riesig und zudem in umfangreiche Genres sortiert. Das funktioniert tadellos – schönes Detail: Stoppt man die Aufnahme, kann man auf Wunsch die gerade laufenden Songs zu Ende aufzeichnen lassen. Unter „Wünsche“ lässt sich, wie schon in der Vorgängerversion, eine eigene Wunschliste mit Stücken erstellen oder aber eine Liste aus der Community hochladen. „Podcasts“ bietet das bereits bekannte Podcast-Verzeichnis, die anderen Bereiche werden gleich separat behandelt – hier ist einiges passiert.

Neuheiten: Auf und unter der Haube geht’s ab

Einige Änderungen in der neuen Version verstecken sich unter der Haube. So findet Audials One nun mehr Webradios und untersucht eine größere Zahl von Webseiten nach Musik-Dateien. Augenscheinlicher sind da schon andere Funktionen. Etwas versteckt in den Optionen ist die Möglichkeit, diverse Cloud-Storage-Lösungen direkt in Audials One einzubinden. Angeboten werden esnipsMp3Tunes und TunesBag. Wesentlich vereinfacht wurde die „Capture“-Funktion, mit der sich der Bildschirm abfilmen lässt – ein bisschen zurechtfinden muss man sich bei den drei angebotenen Funktionen freilich dennoch. Nettes Detail: Bei der Bildschirmaufnahme kann man einstellen, dass nach einer gewissen Zeit die Aufnahme beendet werden soll. Mächtig dazugelernt hat Audials One beim „Konverter“. So kann das Tool nun nicht nur Formate umwandeln, sondern auch die Bildausgabe von DVDs aufzeichnen – was rechtlich unbedenklich ist, so lange es sich um Privatkopien rechtmäßig erworbener Datenträger handelt. Dabei wird der Bildschirm blockiert, so dass der Nutzer nichts machen kann außer DVD gucken – eine Sicherheitsmaßnahme, denn Audials würde sämtliche Tätigkeiten auf dem Bildschirm aufzeichnen. Selbstredend, dass die Aufnahme eines Films genau so lange dauert wie der Film.

Durch die DVD-Aufnahme führt ein eigener Hilfetext

Leider war es mir nicht möglich, die Funktion zu testen: In der Windows-7-Virtualisierung ging mein doch recht betagtes Macbook in die Knie – zwei Betriebssysteme gleichzeitig und eine DVD abzuspielen war zu viel. Nun, dafür kann Rapid Solution nichts. Ein Test auf meinem alten Windows-XP-Rechner schlug jedoch auch fehl: Die Funktion ist unter Windows XP nicht verfügbar. Unschön daran: der entsprechende Hinweis auf der Webseite ist gut versteckt und befindet sich ganz unten auf der Download-Seite – nicht jedoch auf der entsprechenden Produkt-Seite.

Medienverwaltung: Audials One als eierlegende Wollmilchsau

Audials One scheint außerdem in der Disziplin Wollmilchsau-Sein punkten zu wollen: eine Medienverwaltung ist neu hinzugekommen. Dafür dient der Abschnitt „Organize“. Hier überwacht Audials One die Musikdateien auf dem eigenen Rechner, kann sie unterschiedlich geordnet darstellen und mit externen Geräten (z.B. Mp3-Playern) synchronisieren. Damit funktioniert die Verwaltung des eigenen Archivs tadellos, wenn sie auch nicht wirklich Spaß macht. Insbesondere würde ich mir eine ausgefuchstere Playlist-Verwaltung wünschen. Und ja, ein bisschen schicker könnte die Medienverwaltung auch werden.

Fazit: Großer Schritt in die richtige Richtung

Rapid Solution hat mächtig gefeilt an der neuen Version ihres Software-Flaggschiffs. Die Usability präsentiert sich wesentlich verbessert und ist mit Hilfefunktionen gespickt. Hoffentlich arbeitet Rapid Solution weiter in dieser Richtung, um die Komplexität immer stärker zu reduzieren – Optimierungspotenzial ist weiterhin vorhanden. Ein großes Fragezeichen hinterlässt die USB-Version: Prinzipiell eine gute Sache, hätte sie zu DEM Feature von Audials One 8 werden können, wären da nicht die erwähnten Ungereimtheiten, warum eine USB-Software etwas auf dem Hostrechner installiert. Wer häufig an öffentlichen oder fremden Rechnern arbeitet, der wird so jedenfalls nicht glücklich. Die „Organize“-Funktion ist – wenn auch noch ausbaufähig – ein wichtiger Bestandteil, soll Audials One als Musik- und Mediencenter wie iTunes oder Songbird dienen. Großer Haken daran: Sexy wirkt die Verwaltung nicht, der Spaß-Faktor fehlt. Einige spannende Features sind hinzugekommen, die den Funktionsumfang ordentlich aufbohren – wer beim Konverter und bei der Capture-Funktion fündig wird, für den dürfte sich auch ein Upgrade von einer früheren Version lohnen.

Wer neugierig ist, kann sich eine Testversion mit großem Funktionsumfang herunterladen – und wer sich zum Kauf entschließt, benutzt am besten diesen netten Link mit 40%-Rabatt (35,90 € statt 59,90 €).

Eine Reaktion zu „Rezension: Audials One – von 4 auf 8“

  • 1 Andi am 8. Dezember 2010 um 12:36 Uhr

    Prima Artikel. Auch ich benutze AudialsOne schon länger und bin von dem Programm sehr überzeugt.
    Darum als kleiner Tipp, bei Computerbild gibt es das Programm für knapp 30,0 Euro als Aktion.

Wer noch über diesen Beitrag geschrieben hat

Einen Kommentar schreiben

Ähnliche Beiträge

               

jorni woanders

Delicious Flickr Google + Last.FM Twitter XING

Links

Stichwörter

AStA Bildung blogpiloten Croix Rousse Design Dokumentarfilm dokumentarische Fotografie Fernsehen Film Flickr Flickr Commons Fotografen Fotografie Fotografiegeschichte Frankreich Happy Shooting Jazz Kinofilm Kunst Leseempfehlungen Links Linktipps Lyon Medienkunst Mp3 Netzsperren Plattencover Podcast Politik Portrait Protest Radiohead Review Rezension Software Soundtrack Studie Studium T-Shirt-Design Trier & Luxemburg Twitter Typografie visuelle Analyse Web 2.0 Webdesign

Suche

Danke

Bitte schön

Creative Commons Lizenzvertrag
Die Inhalte von Björn Rohles auf jorni.de stehen, wenn nicht anders angegeben, unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Grundsätzlich von der Lizenz ausgenommen sind die Veröffentlichungen unter „Portfolio und Projekte“.

Kontakt aufnehmen