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Digitale Gedanken

Die Mutter von C3PO? Metropolis in restaurierter Fassung

Datum: 11. Februar 2010 |  Meinungen: 0 Kommentare »
Thema: Fotografie & FilmSchlagwörter: , , , ,

Der erste Droide, an den ich mich wissentlich erinnern kann, ist C3PO. Seine kantigen Bewegungen, seine tapsige Art (wie oft geht er in den Filmen insgesamt kaputt?) und seine goldene Schale haben es mir angetan. Außerdem spricht er alle Sprachen. Ja, ich gebe es zu: Ich will so ein Teil haben. Eistee machen können sie schon, insofern besteht ja Hoffnung.

Metropolis: Ein Klassiker der Science Fiction in verschollen geglaubter Version

Zurück zum Thema: Sehr viel später in meinem Leben wurde mir dann bewusst, wo wohl die Inspiration hergekommen ist. “Metropolis“, jenes epochale Meisterwerk der Science Fiction (1927), zeigt einen ähnlichen Droiden – allerdings weiblich. Und: Dieses Exemplar kann sich sogar als Mensch ausgeben und die Arbeiter gegen die Obrigkeit aufrütteln. So wird das Werk quasi im Vorbeigehen zu einer großen Mär über soziale Gerechtigkeit – mit der utopischen Vision einer Einheit zwischen Kopf und Händen.

Was daran so besonders ist: Eigentlich waren große Teile des Films verschollen. Die Story konnte zwar rekonstruiert werden – aber der Text auf schwarzem Grund, der einem erzählt, was man eigentlich sehen möchte, war nicht so ganz das Gelbe vom Ei.

Eigentlich. Denn nun sind lange verschollen geglaubte Teile des Films wieder aufgetaucht, und eine restaurierte Fassung wird morgen, Freitag, 12. Februar 2010, erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert:

  • für Berliner: Abends am Brandenburger Tor sein. Einfach den ganzen Leuten nachgehen.
  • für Fernsehbesitzer: Arte einschalten. 20.45 Uhr.
  • für alle anderen: Etwas warten. Der Film kommt ab Herbst in die Kinos und schon vorher zu diversen Filmfestivals.

Filmhistorische Bedeutung: das Auf und Ab einer Rezeptionsgeschichte

“Metropolis” hat seit seinem Erscheinen unterschiedlichste Reaktionen hervorgerufen. Vom zeitgenössischen Publikum kaum beachtet, von Kritikern angesichts seines Kitsches oder seiner protofaschistischen Elemente angegriffen, gilt er heute als Meisterwerk seiner Zeit. Und als faszinierendes Porträt, wie sich Regisseur Fritz Lang die Zukunft vorstellte.

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