Malcolm McLaren: vom Punk-Impresario zum Medienkünstler
Er ist der große Manipulator der Popmusik, doch um seinen tatsächlichen Einfluss entbrennen energisch geführte Streitereien: die Rede ist von Malcolm McLaren, jenem Künstler, Musiker und Musik-Manager, der 1975 die Karriere der britischen Punk-Band Sex Pistols anfeuerte und so einen wichtigen Beitrag dazu leistete, dass aus einer kleinen Musikszene ein internationales Musikphänomen werden konnte. Seine tatsächliche Rolle wird dabei, je nach Interessenlage der Quelle, zwischen “die Sex Pistols sind McLarens Vehikel, seine studentischen Ideen des Situationismus zu realisieren” und “McLaren ist nicht mehr als ein Manager” beschrieben.
Heute arbeitet McLaren als Künstler in New York und Paris. Seine aktuellen Projekte sind die Videoinstallation “Shallow 1-21″, in der er Ausschnitte aus Amateur-Sexfilme aus den 60ern collagenhaft zusammenschneidet, um die melancholische Einsicht zu bearbeiten, dass der jugendliche Trieb oft nicht befriedigt werden kann – seiner Ansicht nach ein Grundimpuls von Popmusik. Nächstes Jahr wird zudem sein Musical über das Leben von Christian Dior zu sehen sein. Im De:Bug-Magazin gibt es ein lesenswertes Interview mit McLaren, Standbilder aus der Shallow-Reihe gibt es bei artnet, und bei Facebook kann man McLaren seinen Ansatz bei “Shallow 1-21″ erklären hören.
Das interessanteste an seiner Idee: er verwendet die Szenen, die die Amateurschauspieler zeigen, bevor sie Sex haben. So wird seine Arbeit eher zu einer Studie darüber, was in den Köpfen der Menschen in dieser Situation vorgeht, verknüpft mit den Gedanken, die einem frustrierter Zuschauer dabei durch den Kopf gehen.
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