Beiträge im Februar 2009

Die folgenden Beiträge sind im Februar 2009 erschienen.

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The Art of Title zerlegt Eröffnungssequenzen

Datum: 20. Februar 2009 |  Meinungen: 1 Kommentar »
Thema: Fotografie & Film, MedienSchlagwörter: , , ,

Eben bei medienrauschen gefunden: der lesens- und sehenswerte Blog The Art of Title. Hier geht es nur um eines: die Eröffnungssequenzen von Filmen. In die Fläche projiziert, ergibt das einen guten Überblick über die Vielfalt der Stile, die man hier findet. Dazu gibt es Interviews mit den Kreativen, die Einblicke darin geben, was ein Designer bei Eröffnungssequenzen alles zu beachten hat. Und natürlich kann man die Sequenzen sehen. Ein schönes Beispiel: Delicatessen.

Übrigens: wer „Delicatessen“ nicht kennt, kann ihn kostenlos bei MSN Movies sehen.

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Malcolm McLaren: vom Punk-Impresario zum Medienkünstler

Datum: 18. Februar 2009 |  Meinungen: Kommentare deaktiviert für Malcolm McLaren: vom Punk-Impresario zum Medienkünstler
Thema: Design & Webdesign, MusikSchlagwörter: , , ,

Er ist der große Manipulator der Popmusik, doch um seinen tatsächlichen Einfluss entbrennen energisch geführte Streitereien: die Rede ist von Malcolm McLaren, jenem Künstler, Musiker und Musik-Manager, der 1975 die Karriere der britischen Punk-Band Sex Pistols anfeuerte und so einen wichtigen Beitrag dazu leistete, dass aus einer kleinen Musikszene ein internationales Musikphänomen werden konnte. Seine tatsächliche Rolle wird dabei, je nach Interessenlage der Quelle, zwischen „die Sex Pistols sind McLarens Vehikel, seine studentischen Ideen des Situationismus zu realisieren“ und „McLaren ist nicht mehr als ein Manager“ beschrieben.

Heute arbeitet McLaren als Künstler in New York und Paris. Seine aktuellen Projekte sind die Videoinstallation „Shallow 1-21“, in der er Ausschnitte aus Amateur-Sexfilme aus den 60ern collagenhaft zusammenschneidet, um die melancholische Einsicht zu bearbeiten, dass der jugendliche Trieb oft nicht befriedigt werden kann – seiner Ansicht nach ein Grundimpuls von Popmusik. Nächstes Jahr wird zudem sein Musical über das Leben von Christian Dior zu sehen sein. Im De:Bug-Magazin gibt es ein lesenswertes Interview mit McLaren, Standbilder aus der Shallow-Reihe gibt es bei artnet, und bei Facebook kann man McLaren seinen Ansatz bei „Shallow 1-21“ erklären hören.

Das interessanteste an seiner Idee: er verwendet die Szenen, die die Amateurschauspieler zeigen, bevor sie Sex haben. So wird seine Arbeit eher zu einer Studie darüber, was in den Köpfen der Menschen in dieser Situation vorgeht, verknüpft mit den Gedanken, die einem frustrierter Zuschauer dabei durch den Kopf gehen.

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Poladroid: zwischen Foto-Nostalgie und GUI-Horror

Datum: 07. Februar 2009 |  Meinungen: 9 Kommentare »
Thema: Fotografie & FilmSchlagwörter: , , , , , ,

Fotografie hat die seltsame Angewohnheit, uns an eine Zeit zu erinnern, die nicht mehr ist, aber einmal war. Roland Barthes nannte das Ganze das ça-a-été, das Es-ist-so-gewesen, und betrachtete es als die grundlegende Eigenschaft der Fotografie. Nun vergehen aber nicht nur die Momente, die fotografisch festgehalten werden, sondern auch die Mittel, mit denen sie festgehalten werden. Um dann, so wie bei Barthes, der ein Bild seiner Mutter betrachtet und sich an sie erinnert, später wieder aufzutauchen und plötzlich erneut ganz und gar Gegenwart zu sein.

So geschehen mit der immer beliebter werdenden Software Poladroid, kostenfrei erhältlich für Mac und Windows. Lässt man das erste d weg, weiß man schon, worum es geht: um jene einst unverzichtbaren Kameras, die nach dem Auslösen Papier mit einer Chemikalie ausspuckten, die nach ein paar Minuten auf wundersame Weise das gerade gemachte Bild erschienen ließ. Sofortbild nannte man das damals, und es war ein großer Vorteil gegenüber der anderen Verfahren, bei denen man noch länger warten musste. Doch es kam, wie es kommen musste, und die unsäglichen Digitalkameras waren bald noch viel mehr Sofortbild und auch schnell verbreitet. So musste Polaroid bald aufgeben, die Filme zu produzieren. Und mit ihnen verschwindet immer mehr ein Verfahren, das bei Fotografen wie Ansel Adams eine eigene Stilistik begründet hat. Den ganzen Beitrag lesen »

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Lesung im Lübke: Trust-Macher Dolf Hermannstädter über den Hardcore-Lebensstil

Datum: 04. Februar 2009 |  Meinungen: Kommentare deaktiviert für Lesung im Lübke: Trust-Macher Dolf Hermannstädter über den Hardcore-Lebensstil
Thema: Musik, Trier & LuxemburgSchlagwörter: , , , , , ,

Dolf Hermannstädter, besser bekannt als Hardcore-Aktivist und Herausgeber des renommierten Trust-Fanzines, wird heute Abend, 4. Februar 2009, im Trierer Café Lübke aus seinem aktuellen Werk „Got Me? Hardcore-Punk Als Lebensentwurf“ lesen. Hermannstädter, der sich seit 1986 mit seinem Fanzine um die Hardcore- und Punk-Szene verdient gemacht hat, versammelt darin alle Kolumnen, die im Trust zwischen 1986 und 2007 erschienen sind. Er betont in einem Interview, dass es bei Punk und Hardcore um mehr gehe als Musik, eben um einen Lebensentwurf.

Also folgende Werte und Verhaltensweisen gehören da meiner Meinung nach definitiv dazu: vegetarische Ernährung, atheistisch und fair sein, ehrlich sein (denen gegenüber, die es „verdienen“), Kritikfähigkeit haben, bewusst bzw. gar nicht konsumieren, Wiederbenutzen bzw. Wiederverwerten, Autos vermeiden, Rad fahren, Leute nicht nach ihrer Herkunft, ihrer „Rasse“ ihres Geschlechts, oder gar ihres Aussehens beurteilen. Sondern an ihren Handlungen/Denkweisen, also was sie tun oder glauben. Den Umweltschutz praktizieren, eigenen Geschmack in jeder Hinsicht haben bzw. zu entwickeln und bei all dem den Spaß nicht vergessen! (Dolf Hermannstädter über den Hardcore-Lebensstil)

Im Anschluss an die Lesung wird es Gelegenheit geben, mit dem Autor über seine Haltung zu sprechen. Doch egal, wie man zu vereinzelten Punkten steht, sicher ist, dass Hermannstädter wie kaum ein zweiter in Deutschland die Spannbreite überblickt, die Punk und Hardcore umfassen und die so gerne ignorant übersehen wird. Somit dürfte die Lesung eine gute Gelegenheit sein, mit einem kompetenten Gesprächspartner in eine Diskussion zu kommen, die ein tieferes Verständnis für eine extrem einflussreiche Musik in Aussicht stellt.