Zonezero: Tiefgehende Gedanken zur Fotografie

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Zonezero: journalistisch gut gemachtes und fundiertes Online-Fotografie-Magazin mit (leider) unzeitgemäßer technischer Umsetzung

Zonezero: journalistisch gut gemachtes und fundiertes Online-Fotografie-Magazin mit (leider) unzeitgemäßer technischer Umsetzung

Der Fotografieinteressierte findet im Web allerhand Seiten, die sich mit seinem Thema beschäftigen. Dabei fällt jedoch eines auf: die meisten sind ziemlich technikfixiert, vorrangig in Zusammenhang mit Photoshop-HowTos. Dagegen ist eigentlich nichts einzuwenden, allerdings bleiben die kreativen Aspekte dieser Kunst dabei häufig auf der Strecke. Zudem vergisst man leicht, darüber nachzudenken, was diese Kunst eigentlich bedeutet. Wer sich laufend fragt, wie er etwas tun kann, vergisst darüber nachzudenken, was er eigentlich tun will.

Umso schöner ist es dann, wenn man dann ein Online-Fotografie-Magazin findet, das sich genau diese Aspekte auf die Fahne geschrieben hat: Zonezero, verfasst in englisch und spanisch. Pedro Mayer schafft hier mit seinem Team in wenig zeitgemäßer Technik (kein RSS-Feed! komplizierte Navigation! Frames!) immer wieder lesenswerte Beiträge, von denen ich einige Favoriten hier herausstellen möchte.

Any work shown here should have as its most important merit, not how it was done but why. (Editorial von Zonezero)

Political Correctness: Unnötige Zensur?

Hans Durrer fragt beispielsweise, ob Political Correctness nicht eine weitere Form von Zensur ist. Ausgehend von einer Ausstellung von Werken des Fotografen André Zucca, die das tägliche Leben im besetzten Paris von 1940-44 zeigt und die dafür kritisiert wurde, die tragischen Aspekte der Okkupation auszublenden, stellt der Autor kritische Fragen. Wer entscheidet eigentlich darüber, wie jene erklärenden Texte auszusehen haben, die uns doch den Inhalt eines Bildes aufzeigen wollen? Muss man Betrachter eigentlich darüber aufklären, dass sie nur einen Ausschnitt aus dem Thema sehen und etwa die zahlreichen negativen Seiten der Okkupation nicht gezeigt werden? Sind Betrachter vielleicht sogar von selbst in der Lage, das was sie sehen kritisch zu hinterfragen?

Das Geschäft der fotografischen Kunst am Beispiel von Seydou Keïta

Michael Rips diskutiert in einem weiteren Beitrag die Praxis der fotografischen Kunst am Beispiel des malinesischen Fotografen Seydou Keïta. Keïta begann als Portrait-Fotograf, der eine neue Idee vom afrikanischen Bürger ins Bild setzte, dann aber den Sprung in die westliche Kunstszene schaffte. Dort kam es dann allerdings zu Problemen hinsichtlich der Frage, wer die Entscheidungsgewalt über Keïtas Bilder besitzt. Keïta starb im Jahre 2001, ohne die Differenzen ausgeräumt zu haben. Rips diskutiert in diesem Zusammenhang die Frage, wie sich die Bedeutung von Fotografien verändern kann, wenn sie aus ihrem ursprünglichen Kontext in einen neuen Zusammenhang gesetzt werden, und weist auf die Rolle von ästhetischen Entscheidungen wie Format und Print hin.

Was es sonst noch gibt…

Francisco Mata Rosa diskutiert, was eigentlich dokumentarische Fotografie ist; Diego Goldberg fotografiert in seinem Projekt “The Arrow of Time” sich und seine Familie seit über 30 Jahren immer am selben Tag; Fotografen zeigen in Bildern, wo sie die Wahl Obamas erlebt haben… Aber stöbert ruhig selbst ein bisschen.

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