Spirit Photography: Die Vorgänger der Ghost Busters

Fotografie von William Hope aus dem Archiv des National Media Museums: ein Mann trifft auf den Geist seiner verstorbenen Frau
Es ist immer wieder erstaunlich, welche interessanten Blüten man so entdeckt, wenn man sich ein bisschen in der Fotografiegeschichte umsieht. Meine neueste Entdeckung: Spirit Photography. Dabei handelt es sich um eine seltsame Praxis, die Geister auf Film sichtbar machen wollte. Technisch arbeitete man mit Doppelbelichtungen, über die die “Geister” auf die Fotografie gelegt wurden. Als erster Spirit Photograph gilt William H. Mumler, der schon in den 1860er Jahren mit der Kamera auf Geisterjagd ging. Wer mehr wissen möchte, findet eine interessante Einführung ins Thema bei prairieghost.com. Geisterfotografie hat einen zweispältigen Stand: einerseits handelt es sich eindeutig um manipulierte Bilder, andererseits sollten sie die Existenz von Geistern beweisen und Verbindung zu den Hinterbliebenen schaffen.
Bei den Flickr Commons gibt es eine interessante Sammlung von Geisterphotographien aus dem Archiv des National Media Museum in Bradford, West Yorkshire. Sie wurden gemacht von William Hope (1863-1933), einem Fotografen, der sich ab 1905 der Spirit Photography zuwandte und einen eigenen Geisterfotografen-Kreis gründete. Ein Zitat aus der Beschreibung illustriert eindrucksvoll, wie Geisterfotografen gearbeitet haben:
A woman’s face appears in a ‘misty’ cloud to the right of the man – identified as that of his deceased first wife. Hope may have already held her photograph in his studio, or he may have asked the man to supply her photograph under the pretence of using the image to contact the spirit world. (Beschreibung des Bilds bei Flickr)
William Hope gilt den einen als wahrer Meister der spirituellen Fotografie, den anderen aber als Scharlatan, der gläubigen Kunden das Geld aus der Tasche ziehen wollte.
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Ein spannendes Thema – herzlichen Dank für diesen Artikel – ich werde gleich mal bei Flickr stöbern gehen!