Podcast mit David Weinberger zur Politik im digitalen Zeitalter
Nadia Zaboura hat mich auf die aktuelle Folge des MFG Innovationscasts aufmerksam gemacht, in dem der bekannte Internet-Vordenker David Weinberger sowie Prof. Dr. Jo Groebel, Direktor des Deutschen Digital Instituts interviewt werden. Themen sind Weinbergers neues Buch “Everything is Miscellaneous” sowie Politik im digitalen Zeitalter. Der Podcast ist absolut hörenswert, einige zentrale Aussagen seien hier herausgestellt.
Weinberger und das Ende des Schubladendenkens
Im Interview gibt Weinberger eine schöne Zusammenfassung seines neuen Werks. Er spricht sich gegen Schubladendenken, Stereotypen und Vorurteile aus, da alles prinzipiell ungeordnet sei. Die Ordnungen, die sich Menschen schaffen, hängen somit immer von ihren Kontexten und Standpunkten ab. Gerade hier habe das Web seine Stärken, indem es verschiedene Kontexte biete.
In Bezug auf die Politik lobt er Obamas Kampagne, die stark auf das Internet zurückgreift: der Kandidat zeige damit den Mut, Kontrolle abzugeben. Damit gehe er einerseits ein Risiko ein, andererseits aber stärke er die Position seiner Befürworter als demokratische Bürger.
Außerdem erläutert er, warum sich das Web so umfassend durchsetzen konnte.
We’re not primarily individuals because we cannot wait to get in touch with one another. (David Weinberger über die Stärke des Internets)
Groebel über Authentizität in der Politik
Ähnlich sieht auch Groebel die Entwicklung, die die Politik im Zeitalter der digitalen Technik zu gehen habe. Es sei eine neue Authentizität der Politiker vonnöten, die auch auf Fehler und unkontrollierte Situationen ehrlich reagiert. Das mag nicht immer perfekt klingen, doch nicht zuletzt sei das Web 2.0 eine Liebeserklärung an die Imperfektheit der Kommunikation und des Lebens
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