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Digitale Gedanken

Bildmanipulationen der anderen Art: der Fulgurator

Datum: 05. August 2008 |  Meinungen: 0 Kommentare »
Thema: Design & Kunst, Fotografie & Film, MedienSchlagwörter: , , ,

Wer weiß, was ein Fulgurator ist? Er sieht aus wie eine Pistole, funktioniert aber wie eine Kamera. Nur umgekehrt: während eine Kamera beim Auslösen ein Bild aufnimmt, projiziert der Fulgurator ein Bild auf eine Wand. Ausgelöst wird er, sobald ein Blitzlicht in der Nähe abgefeuert wird, also ohne Einwirkung des Künstlers.

Julius von Bismarck, Berliner Künstler und Erfinder des patentierten Fulgurators, benutzt ihn, um Aufnahmen unbedarfter Touristen zu stören: während sie glauben, ein unschuldiges Erinnerungsfoto aufzunehmen, projiziert er mit seinem Fulgurator eine Aufnahme auf die Wand, die nachdenklich machen soll. So erinnert er an den Reichstagsbrand oder an die Abschottung von Grenzen am Checkpoint Charlie.

Dabei ist der Fulgurator viel mehr als ein Touristenschreck. Wie von Bismarck in einem lesenswerten Interview mit Realfragment herausarbeitet, haben seine Aktionen einen politischen Anspruch: er hinterfragt die blinde Technikgläubigkeit des Menschen und (ähnlich dem Culture Jamming) die Penetranz sinnleerer Bilder in der modernen Welt. Sein Projekt wird im September auf der Ars Electronica in Linz zu sehen sein.

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