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Digitale Gedanken

FontStruct: kostenlos eigene Schriften entwerfen

Datum: 03. April 2008 |  Meinungen: 2 Kommentare »
Thema: Design & KunstSchlagwörter: ,

Der Fontshop hat vor einigen Tagen ein neues Tool online gestellt, mit dem sich eigene Schriften einfach und kostenlos erstellen lassen: FontStruct. Das Ganze geistert nun schon ein paar Tage durch die Blogosphäre, deshalb hier nur ganz kurz, worum es sich handelt.

Konzept

FontStruct geht zurück auf eine Idee des Designers Rob Meek, der auf der Typo 2007 mit einem typografischen Synthesizer aufgefallen ist. Nach einer einfachen Anmeldung kann sich jeder Nutzer kostenlos eigene Schriften zusammenklicken. Das Prinzip ist denkbar einfach und erinnert mich an meine ersten Gehversuche mit MarioPaint: dort konnte man sich in einem Gitternetz eigene Stempel zusammenklicken. Jedes Feld konnte gefüllt werden – oder blieb eben leer. FontStruct ist da schon um einiges weiter: hier kann man auch runde Formen einfügen. So bekommt man relativ schnell einen eigenen Font hin: Wo ist das passende Teil? Schriftdesign nach Lego-Art: einfach, spaßig und genial.

Schriften konstruieren in FontStruct nach dem Mosaikprinzip

Web 2.0 für Schriftfreunde?

Für Videos und Musik gibt es schon sie schon länger: Plattformen, auf denen bewertet, heruntergeladen und kommentiert werden kann. Gemacht für jedermann. Ob FontStruct dasselbe für Schriften werden kann? Das Programm ist einfach zu bedienen und ermöglicht es jedem, als Schriftdesigner tätig zu werden. Und die Werke können unter einer Creative Commons Licence veröffentlicht werden. In der Gallery stehen sie dann anderen Nutzern zum Download und Kommentieren zur Verfügung. Und natürlich können die Schriften getaggt werden. Es wird sich zeigen, wie weit sich das System durchsetzt, aber ich halte es für denkbar, dass sich eine ganze Community aus konstruierenden Schriftdesignern entwickelt. Lego-Schriften für alle.

Mir ist beim Rumspielen aufgefallen, dass ich bestimmte Formen vermisst habe. Wie toll wäre es, wenn man seine eigenen Grafiken einladen könnte, um solche Lücken zu überbrücken? Aber auch ohne solche Funktionen ist FontStruct einfach eine geniale Idee, die richtig Spaß macht. Und vielleicht ein wichtiger Schritt, um jedem spielerisch verständlich zu machen, dass Schriften nicht irgendwelche unwichtigen Beigaben zu einem Computer sind, sondern eigene gestalterische Werke, hinter denen genaue visuelle Überlegungen stehen. Und die je nach ihrer Gestaltung bewusste Aussagen unterstützen können.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung. Und ich bin gespannt auf eure (und meine) Ergebnisse!

2 Reaktionen zu „FontStruct: kostenlos eigene Schriften entwerfen“

  • 1 Ivo am 3. April 2008 um 20:49 Uhr

    Vielen Dank, Björn, für deinen Beitrag und vor allem deine Anregungen. Ich hab das mal für meine amerikanischen Kollegen hier übersetzt. Sie waren ganz gespannt, weil der Beitrag so lang ist.

    Mehr Formen sind schon in Arbeit. Wir müssen nur noch eine Möglichkeit finden, alle Formsätze in einer anwenderfreundlichen Art und Weise zu präsentieren, wenn erstmal so viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

  • 2 Björn Rohles am 4. April 2008 um 09:05 Uhr

    Ja, da gebe ich dir Recht: auf keinen Fall sollten die größeren Möglichkeiten auf Kosten der Benutzbarkeit gehen, weil ja gerade die Einfachheit FontStruct so interessant macht. Vielleicht könnte man die Erweiterungen modular aufbauen, ähnlich wie PlugIns. Wer sie braucht, kann sie durch einen Klick irgendwo einbinden, aber dennoch bleibt das Grundsystem einfach und benutzbar. Aber schon jetzt muss ich sagen: Hut ab, interessante Idee!

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