Crossing Jordan. Oder: wie man nach Lyon reisen kann

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In den ersten beiden Teilen meiner kleinen, französischen Erasmus-Vorbereitungsserie habe ich mich schon mit der Suche nach Wohnungen und der lieben Sprache beschäftigt. Nun wird es langsam ernst: die Koffer sind gepackt, und auf geht’s ins liebe, fremde Nachbarland. Auf nach Lyon! Nur wie? Zum Beispiel …

… mit dem Auto

Autos sind praktisch, weil man dort viel reinbekommt. Dafür muss man aufpassen, wo man parkt. Und vor allem, wie man parkt. Franzosen sind für ihre Parkkünste bekannt. Es ist nirgends zu eng, und sie parken mit vollem Körpereinsatz. In einer repräsentativen Umfrage hat jorni.de herausgefunden, dass über 70% der französischen Autos visuell gut sichtbare Schrammen, Kratzer und Beulen haben, unabhängig vom Alter des Fahrzeugs.

Außerdem verlangt der französische Staat Mautgebühren auf Autobahnen. Ausgenommen sind nur Autobahnen in Grenznähe (man will ja nicht die lieben Nachbarn direkt verprellen) und in der unmittelbaren Umgebung von Städten (man will ja nicht die lieben Pendler direkt verprellen). Ob und wie viel ihr bei eurer Reise bezahlen musst, könnt ihr über eine von zahlreichen Mautgebühr-Übersichten erfahren. Allerdings sind die Straßen dafür auch ordentlich und gut zu befahren. Das allgemeine Tempolimit von 130 km/h macht das Fahren zusätzlich ziemlich entspannt.

… mit dem Zug

Ich liebe die französische Eisenbahngesellschaft SNCF. Ehrlich jetzt. Okay, sie streiken in regelmäßigen Abständen. Dafür können sie nichts, denn dort arbeiten vor allem Franzosen, und Franzosen haben nun einmal eine sehr kurze Streik-Inkubationszeit. Aber die SNCF ist wesentlich günstiger als ihre deutsche Kollegin, und sie hat wesentlich bessere Sparangebote. Für junge Leute unter 26 ist vor allem die Carte 12-25 interessant: für einen einmaligen Preis von knapp 50 € bekommt man ein Jahr lang auf jeder Reise Ermäßigungen, bei Fernreisen bis zu 60% (!!!).

Informationen zu Fahrplänen gibt es auf “Voyages SNCF“. Dort kann man dann auch direkt Tickets bestellen.

Frankreich ist übrigens noch ziemlich zentralistisch, was die Eisenbahnstrecken anbelangt. So muss man fast bei allen größeren Strecken über Paris, auch wenn das ein größerer Umweg sein sollte. Die Lage bessert sich allerdings zusehends. Wenn ihr allerdings über Paris müsst, achtet peinlich genau auf die Angabe des Bahnhofs! Paris hat vier große Bahnhöfe:

  • Gare du Nord für alles von oder nach Norden
  • Gare de l’Ouest für alles von oder nach Westen
  • Gare de l’Est für alles von oder nach Osten
  • tja, und für alles von oder nach Süden, da gibt es einen Bahnhof, der konsequenterweise nicht Gare du Sud heißt, sondern Gare de Lyon. Liegt ja auch im Süden.

Ich kenne Leute, die ihren Anschlusszug fast verpasst hätten, weil ihnen nicht eingefallen ist, dass sie vielleicht den Bahnhof wechseln sollten.

Meinen Trierer Mit-Studentinnen und Studenten empfehle ich übrigens eine Reise über Metz. Von dort gibt es einen relativ schnellen Zug nach Lyon, kein TGV, aber immerhin. Metz erreicht man von Trier aus entweder mit Umstieg in Luxemburg (teurer, aber schneller) oder Saarbrücken (billiger dank Tunika, aber langsamer). Oder man fährt an einem Samstag oder Sonntag und nutzt einen der Direktzüge Trier-Metz.

Wichtig: Nicht die schöne Aufschrift “À composter avant l’accès au train” übersehen! In Frankreich muss man sein Ticket nämlich in einen jener lustigen gelben Kästen stecken, bevor man in den Zug steigt. Dieser lustige gelbe Kasten hämmert dann einen Datumsstempel aufs Ticket. Es gibt nämlich zwei Sorten von Schaffnern: jene, denen die lustigen gelben Kästen herzlich schnuppe sind, und jene, die ein Ticket als ungültig betrachtet, wenn kein Datumsstempel draufgehämmert wurde. Also besser auf Nummer Sicher gehen.

Lyon hat dann zwei große Bahnhöfe für den Fernverkehr: den Gare de la Part-Dieu im östlichen Teil der Stadt und den Gare Perrache im Zentrum. Von beiden gibt es gute Metroverbindungen zur Weiterreise. Zur Metro in einem späteren Beitrag mehr.

… mit dem Flugzeug

Lyon hat einen Flughafen, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Er heißt so wie ungefähr jede zweite Schule: Saint Exupéry. Wie in den meisten Städten kann man von dort nicht mal eben schnell zu Fuß in die Stadt gehen. Allerdings gibt es mit dem “Satobus” eine gute Busverbindung in die Stadt. Meine Hypothese: “Satobus” ist eine französelnd verhackstückte Version vom englischen Shuttle Bus.

… mit dem Bus

Eurolines steuert Lyon an, aber ich kenne niemanden, der damit gereist ist. Vielleicht dennoch für den einen oder anderen interessant.

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3 Reaktionen zu „Crossing Jordan. Oder: wie man nach Lyon reisen kann“

  • 2 Mina am 5. Januar 2009 um 03:41 Uhr

    Hallo Björn,

    ich habe deinen Beitrag gefunden, weil ich zurzeit sichere / günstige Flüge suche. Habe bis jetzt leider nur http://www.cheaptickets.de/ziele/europa/frankreich/lyon-part-dieu/wetter/
    gefunden. würde mich aber über mehr Möglichkeiten freuen. Hast du vielleicht noch einen heißen Tipp.

    Grüße und schöne Woche

    Mina

  • 3 Björn Rohles am 5. Januar 2009 um 17:58 Uhr

    Hi Mina,
    wenn du einen bestimmten Termin und einen gewünschten Abflugort hast, lohnt sich ein Blick auf die Homepage vom Lyoner Flughafen. Da kannst du nach Flügen suchen, die in Lyon ankommen. Es gibt zwar keine Preise, aber wenigstens weißt du dann, wo du weitersuchen kannst. Ich selbst bin nie mit dem Flugzeug nach Lyon geflogen, weil es für mich per Zug günstiger war.

Wer noch über diesen Beitrag geschrieben hat

  1. Bienvenue en France! Oder: Erste Schritte im Ausland | Blog von Björn Rohles

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