Soundtrack (Teil 3)
Von Björn Rohles am 28. Februar 2008 um 15:03
Die Folgen eins und zwei liegen schon hinter uns, und auf meiner Festplatte hat sich wieder so viel angesammelt, dass ich meine Sahnestücke unbedingt loswerden muss. So viel schon mal vorweg: Diesmal wird es elektronisch.
1. The Faunts – M4 Part II
Irgendwie bin ich ja ein Freund von Synthesizer-Vibrato. Das allein macht natürlich noch keinen guten Song. Dazu bedarf es dann schon einer Songzeile wie And I need you to recover because I can’t make it on my own
. Wie immer sind es die Details, die das Besondere ausmachen: das lang ausgehaltene “own” über dem vibrierenden Synthie, so dass man sich manchmal fragt, ob nun die Stimme oder der Synthie gerade zittert. Eine Frage bleibt mir, aber die hat nichts mit dem Song zu tun: ist “vibrieren” wirklich auch das Verb von “Vibrato”?
2. Techno Squirrels – Love Comes First
Ihre Homepage ist irgendwie sehr … lego, aber irgendwie passt das ja auch. Die zwei Musiker aus Los Angeles setzen den sanften Wiegenlied-Gesang von Lisa (schon bekannt von Ladytrons “He Took Her To A Movie”) über wabernde Elektronik. Ihr Instrument ist vor allem der Computer. Doch wer was spielt, ist nie ganz klar. Wie es in ihrer Biografie so schön heißt: you could say they play the mouse and the razor blade
. Zu hören gibt es den Song “Love Comes First” auf ihrem MySpace-Profil.
3. Chloe Day – Dirty Little Secrets
“Dirty Little Secrets” ist irgendwie unheimlich: süßlicher Gesang, im Duett mit sich selbst, ein monoton stampfender Beat und hin und wieder ein paar Flächen. Make it go away
im Kanon über dirty little secrets stays inside your head
, und dann fängt sie auch noch an zu flüstern. Ich bin gespannt, ob sie mit ihren anderen Songs auch so eine Gänsehaut auslösen kann.
4. Computer – In The Air
Computer habe ich beim Tonspion entdeckt, weil sie ihr ganzes neues Album kostenlos ins Netz gestellt haben und damit die zu erwartenden Radiohead-Assoziationen angeheizt haben, über die ich im Rahmen meines Artworks-Rückblick schon mal kurz geschrieben habe. Ihre Musik hat mit den Briten wenig gemein, hörenswert ist sie dennoch: chillige Elektronik-Atmosphäre trifft auf Songstrukturen, einige entspannte Songzeilen, und dann besorgen Streicher den Rest. Für die ruhigen Stunden im Leben.
5. Bedroom Eyes – (Here’s One for You) Underdog
Nach everybody’s darling Conor Oberst alias Bright Eyes noch ein Ein-Mann-Projekt mit “Eyes” im Namen. Gibt mir immerhin die Möglichkeit, total dämlich mit dem Beitrag anzufangen. Jonas Jonsson singt mit einigen Sessionmusikern zu Gitarre über kleine, persönliche Dramen, ruhig und unaufgeregt. Auf seiner Homepage gibt es zwei EPs zum kostenlosen Download. Sind übrigens nicht sehr elektronisch – war ja klar, dass ich das mit der Elektronik nicht über fünf Songs durchhalten kann…
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