Ausflug nach Avignon und Marseille

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So ein Erasmus-Jahr in Frankreich hat einen entscheidenden Nachteil: Man ist nur in einem einzigen Ort. Nun ist unser Nachbarland allerdings ziemlich groß und hat einiges zu bieten – vor allem viele sehr unterschiedliche Aspekte. Und so lange die frisch erworbenen Französisch-Kenntnisse noch frisch sind, kann man das Land ruhig auf eigene Faust erkunden. Und so begaben sich einige unerschrockene Deutsche (und ein Österreicher) am vergangenen Wochenende auf die Reise: von Lyon nach Avignon nach Marseille und zurück.

Gruppenfoto Marseille

Unsere Gruppe in Marseille

Die gezeigten Bilder stammen diesmal allerdings nicht von mir – ich hatte nämlich keine Kamera dabei. In Reihenfolge ihres Erscheinens sind sie von: Felix Kausen, Daniel Theisen (2 Bilder), Peter Schumann, Christian Gänser, Daniel Theisen, Carmen Horber, Daniel Theisen, Christian Gänser (2 Bilder).

Etappe 1: Avignon

Avignon: das Palais des Papes

Welcome to Südfrankreich! Oder: Wintersemester bei 19 Grad. Kein Witz. Die erste Station war Avignon: etwas über zwei Stunden im Regionalzug von Lyon entfernt, reizt die traditionsreiche Stadt mit dem berühmten “Palais des Papes” aus dem 14. Jahrhundert…

Blick aus und auf das Palais des Papes

Moment mal. Päpste in Avignon? Sitzen die nicht immer in Rom respektive im Vatikan? Tun sie, haben sie auch meistens, aber eben nicht immer. Anfang des 14. Jahrhunderts nämlich zogen sie nach Avignon (“Exil von Avignon”) und blieben dort für einige Zeit. Als einer von ihnen (Gregor XI.) nach Rom zurückging, widersetzten sich die Franzosen der Macht aus Italien und wählten lieber ihre eigenen Päpste. Das Ganze nannte man dann “Großes Abendländisches Schisma”, das bis 1417 andauerte. Insgesamt gab es neun Päpste in Avignon – teilweise heute allerdings als “Gegenpäpste” geführt. Wer mehr Informationen dazu wünscht, kann bei den beiden Artikeln “Exil von Avignon” und “Abendländisches Schisma” von Radio Vatikan fündig werden – oder im Lexikon seines Vertrauens.
Der Papstpalast ist jedenfalls ein eindrucksvolles Gebäude – ganz in Weiß, mit fantastischen Gärten. Es gibt auch ein Museum, das ich mir aber nicht angeschaut habe. Von anderen weiß ich allerdings, dass dort die Geschichte der Päpste von Avignon noch einmal schön nacherzählt wird. Ein Besuch allemal wert.

Palais des Papes

Brunnen im Garten des Palais des Papes

Pont d’Avignon

Die berühmte "Pont d'Avignon"

Außerdem haben wir natürlich die berühmte Brücke besucht, die man nach geschätzten 2 Stunden Französisch-Unterricht in der Schule besingt. Das heißt, sie ist eigentlich nur eine halbe Brücke. Die “Pont St. Bénézet”, wie sie eigentlich heißt, wurde nämlich mehrmals durch Kriege und Fluten zerstört, bis man sie dann irgendwann einfach nicht mehr aufbaute. Heute ist die Brücke Teil des Weltkulturerbes – aber trotzdem nicht mal annähernd so spektakulär wie der Papstpalast.

Zurück zum Avignoner Bahnhof und ab nach Marseille, das nur noch etwas über eine Bahnstunde entfernt ist.

Etappe 2: Marseille

In Marseille angekommen, durften wir uns dann erst einmal in einer alten, überfüllten Metro zwischen babyblau gekleidete Olympique-Fans quetschen (Marseille, nicht Lyon!), denn unsere Herberge lag an der Metrostation vom Stadion. Also, nicht ganz; aber es war immerhin die nächste. Von da aus ging es dann erst einmal etwa eine Stunde lang am Strand entlang zur Herberge. Schade, denn die babyblau gekleideten Olympique-Fans gingen von da an nicht mehr in unsere Richtung. Olympique gewann trotzdem mit 3:1 gegen AFC Valenciennes aus Reims.

Hafen von Marseille

Hafen von Marseille

Strand und Palmen im Wintersemester. Das ich sowas mal erleben darf… Für den Abend hatten wir folgerichtig nichts weiter geplant, als uns an eben jenen Strand zu setzen. Im Winter wird der übrigens dann doch kälter als erwartet. Aber so eine Stunde kann man es schon gut aushalten.

Marseille selber hat – wie wir am nächsten Tag feststellen durften – verhältnismäßig wenig an traditionsreichen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ich habe zwar nicht viel mehr als einen ersten Blick riskiert, aber dennoch – in Lyon ist uns bei unserem ersten Blick mehr Schönes aufgefallen. Allerdings hat Marseille einfach mehr Meer. Ist ja auch ein Argument.

Notre Dame de la Garde

Kathedrale Notre Dame de la Garde in Marseille

Orgel in Notre Dame de la Garde

Was es zu sehen gibt, ist die schöne Kirche “Notre Dame de la Garde”. Sie steht auf einem Hügel, so dass man einen wunderschönen Ausblick über Marseille und das Mittelmeer hat. Der Vieux Port ist auch einen Besuch wert, und wenn man schon mal da ist, könnte man auch im Quartier du Panier vorbeischauen und die Kathedrale bewundern. Dort gibt es dann auch eine eindrucksvolle Orgel zu bewundern, mit Pfeifen, die in die Mitte des Raums ausgerichtet sind. Wäre höchst interessant, die mal in Aktion zu erleben, leider haben wir das am Wochenende aber nicht mehr geschafft.

Hafen von Marseille

Hafen von Marseille

Abend in Marseille

Außerdem hat Marseille gerade interessante Plakate, die seine Bewohner zu mehr Umweltbewusstsein verhelfen sollen. Der zuständige Texter hat sich eine Vielzahl von „x fini, y partie“-Reimen einfallen lassen, zu deutsch etwa „fertig mit hm hm, weg ist hm hm“. Klingt im Deutschen nicht gut, ist aber auch im Französischen nicht gerade originell. Unser unangefochtener Favorit: „caca finie, maître partie“ mit einem Hundehaufen, den das Herrchen achtlos auf dem Gehweg hat liegenlassen. Lecker. Übrigens zeigen die Dinger erstaunlich wenig Wirkung. Aber vielleicht hängen sie ja auch noch nicht lange…

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