… denn sie wissen nicht, was sie tun
…. und die Streikwirren gehen weiter. Auch in der dritten Woche habe ich noch keine Uni. Mittlerweile habe ich aber herausgefunden, warum eigentlich gestreikt wird. Und zwar geht es gegen das “Loi Pécresse”, benannt nach der aktuellen Bildungsministerin, das die Unis weitgehend privatisiert und den Präsidenten als eine Art Manager einsetzt. Dadurch erhofft sich die Regierung Geld aus der Wirtschaft für die Uni. Die Befürchtungen der Studis und der Lehrer ist nun aber (nicht ganz unberechtigt sicherlich), dass sich der Staat damit aus der Finanzierung der Unis raushält – garantiert zum Leidwesen aller Fächer, die nicht unmittelbar von wirtschaftlichem Interesse sind. Außerdem erhielte der Präsident umfangreiche Befugnisse, eben wie ein Manager: weitgehend unkontrolliert von Gremien kann er sogar recht problemlos aufmüpfige Dozenten entlassen. Nicht zuletzt beschneidet das Gesetz die Mitbestimmung der Studis, deren Vertreter von 14 auf drei bis vier gekürzt werden.
Also wird erst einmal weitergestreikt bis nächsten Montag. Das heißt: keine Kurse, und in die Uni darf man nur mit einer guten Begründung (gestern hat “ich bin Ausländer” ganz gut funktioniert); aber immerhin: die Bibliothek ist geöffnet. Oder besser: war geöffnet.
Denn der Wahnsinn geht weiter: gestern Abend haben ein paar Streik-Studis in einem Supermarkt Alkohol gestohlen und sich damit in die Uni verflüchtigt. Mit dem Ergebnis, dass die Polizei angerückt ist und sie verhaftet hat. Und mit dem weiteren Ergebnis, dass der Präsident zum zweiten Mal in drei Wochen die Sicherheit gefährdet sieht und zum zweiten Mal in drei Wochen die Uni komplett geschlossen hat – erst einmal bis Montag. Lernen in der Bibliothek? Essen in der Mensa? Ist nicht mehr. Fasziniert: alle wollen angeblich das Beste für die Uni und legen sich gegenseitig lahm.
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